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25.7.2011

Offener Brief

zum geplanten Verkauf des Hauses Künstlerhof Alt-Lietzow 12

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Thiemen!

Mit großer Bestürzung erfuhren wir am 25.5.2011 vom geplanten Verkauf unseres Hauses. Dies wurde uns erst durch entschiedenes eigenes Nachfragen vonseiten des Liegenschaftsfonds Berlin bekannt gegeben. Obwohl die Künstler des Künstlerhofs Alt-Lietzow 12 seit Jahrzehnten den Kontakt zum Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und auch persönlich zu Ihnen suchten und pflegten, geschah dies über unsere Köpfe hinweg stillschweigend per Verwaltungsakt. Ja sogar unsere besorgten Nachfragen nach Übergabe an den „neuen Verwalter“ Liegenschaftsfond wurden vonseiten Ihres Amtes noch abgewiegelt.

  • Das bedeutet für uns als kleine Selbständige, die hier unter größten Anstrengungen seit 30 Jahren Kunst und Kulturarbeit leisten – ohne je irgendeine Förderung erhalten zu haben – größte Unsicherheit und ist konkret existenzbedrohend!
  • Darüber hinaus stellt dies auch einen großen Verlust für die Menschen, die unsere Angebote nutzen, für den Bezirk Charlottenburg und für die Stadt Berlin dar!

Sehr geehrte Frau Thiemen, Ihre Entscheidung und vor allem Ihre Vorgehensweise sind für uns absolut unverständlich und so nicht hinnehmbar!

Während Sie uns einerseits mit Ihrem Unternehmerinnen-Stammtisch den Eindruck vermitteln, uns zu unterstützen und zu fördern, während auf Ihren Internetseiten und in Ihren Broschüren von „Hilfe bei der Standortsicherung“ und Unterstützung von „Kunst- und Kulturprojekte unterschiedlicher Sparten, um Impulse für eine vielfältige Kulturszene im Bezirk zu geben“ die Rede ist, wird mit dem Künstlerhof Alt-Lietzow 12 ein wertvoller Ort per Verwaltungsakt vernichtet, der selbst finanziert viel für den Bezirk getan hat.

Erst kurz vor Ihrer Amtsübernahme hatte uns Ihr Vorgänger Herr Statzkowski Hoffnungen gemacht, unsere künstlerisch-gewerbliche Nutzung sei in der BVV festgelegt worden und damit der Fortbestand unserer Ateliers gesichert. Herr Niehoff vom Kulturbüro sprach davon, daß „der Künstlerhof nun mehr und mehr ein Treffpunkt für die Kulturszene im Bezirk werden“ möge. Daraufhin trug die Künstlerin und Kulturpädagogin Brigitte Arndt dem Bezirk ein weiterführendes Konzept für ein Kommunikations- und Kulturzentrum an, was jedoch vonseiten des Bezirksamts nicht aufgegriffen wurde. Ganz im Gegenteil wurden Ateliers in der Folgezeit nicht an Künstler, sondern an artfremde Mieter wie einem Verein von Modelleisenbahnern oder einem russischen Fernsehsender vergeben, womit die Vorgabe der BVV gebrochen und der Anteil an Nicht-Künstlern im Künstlerhof weiter erhöht wurde. Auch die Pflege des Hauses und Grundstücks ließ immer mehr zu wünschen übrig. Von den Künstlern des Künstlerhofs jedoch gingen weiter zahlreiche Impulse aus, wie beispielsweise die Initiative einer Gedenktafel für Erich Mühsam an der Fassade Alt-Lietzow 12. Unermüdlich und mit einem hohen Maß an Engagement und Durchhaltevermögen boten die Künstler, Kulturschaffenden und Künstlerischen Therapeuten unzählige Veranstaltungen und fortlaufende Kurse für die Menschen im Bezirk und darüber hinaus an.

Von einer Sozialdemokratischen Bürgermeisterin erwarten wir etwas anderes, als daß sie Entscheidungen trifft, die genau dies alles zerstören, was wir in jahrzehntelanger, selbstfinanzierter Arbeit aufgebaut haben!

Wären Sie beizeiten mit uns in einen Dialog getreten, wären sicherlich konstruktivere Lösungen möglich gewesen!

 

Wir fordern Sie daher auf:

>>> Setzen Sie sich für den Erhalt des Künstlerhofs Alt-Lietzow 12 mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln ein und unterstützen Sie eine Lösungsfindung, an der wir beteiligt werden! Bitte lesen Sie dazu unsere Stellungnahme (im Anhang beigefügt).

Mit der Bitte um Ihre persönliche dataillierte Stellungnahme

und mit freundlichen Grüßen ……

Liebe Leserinnen und Leser,

wir halten Sie weiter auf dem Laufenden!

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