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Gern leite ich hier eine Einladung von Christophe Knoch / Sprecher der Koalition der freien Szene an unsere LeserInnen weiter (R.L., Hervorhebungen von mir)

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Betreff: an alle spielstätten, projekträume, orte, initiativen und veranstaltungsserien mit wechselnden orten

 

liebe mitstreiterInnen der koalition der freien szene,

hiermit sprechen wir gezielt euch an und laden euch zum 19. Juni um 15h00 zur besprechung unseres vorschlags einer „kampagne“ der und für die freie szene in die sophiensaele ein.

die Tage bis zu den haushaltsverhandlungen sind gezählt, denn wir fragen politik, entscheidungstreffende und meinungsmachende seit einem jahr: was tut ihr für die freie szene berlins?

was tut ihr Politiker jetzt, was tut ihr in 5 jahren, was in 10 jahren für die freie szene ? wo sind eure konzepte? wie wir alle wissen, sind die antworten kläglich, verhalten, ohne vision und fast ohne jeglichen POLITISCHEN WILLEN, die freie szene als stärke und alleinstellungsmerkmal dieser stadt anzuerkennen und darin zu investieren. projektgefördertes arbeiten wird also in den nächsten Jahren noch viel beschwerlicher, es wird noch weniger geld für honorare geben, die freiflächen schwinden und das leben in berlin insgesamt wird für die freie szene bald nicht mehr in dieser vielfalt möglich sein. heißt es dann also: bye bye berlin ?

in den nächsten zwei monaten wird über den doppelhaushalt 2014/2015 abgestimmt, ob die freie szene beachtung findet, ist mehr als ungewiss. welche möglichkeiten haben wir, für die freie szene mehr zu erreichen?: wir können versuchen, unsere forderungen jetzt so sichtbar wie möglich zu machen und unserer empörung über so viel politische konzeptlosigkeit und ignoranz stimme und bild zu geben.

das und vieles mehr würden wir am

19. Juni um 15.00 Uhr in den sophiensaelen

Sophienstr. 18, 10178 Berlin-Mitte

gerne besprechen. streut den termin, ladet weitere akteure ein und kommt zahlreich !

mit herzlichem gruß von der steuerungsgruppe der kampagne

christophe knoch

+49 176 32 888 247

www.berlinvisit.org

info@berlinvisit.org

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hintergrund: koalition der freien szene, doppelhaushalt, citiy tax, census uvm:

im frühjahr 2012 wurde durch eine gemeinsame verantwortungsübernahme von spielstätten, verbänden, einrichtungen, initiativen, orten und einzelpersonen der freien, nicht institutionell geförderten kunstszene die koalition der freien szene aller künste ins leben gerufen und zehn forderungen zu ihrem erhalt aufgestellt. in diesen katalog sind unter anderem die forderungen von haben und brauchen, vom laft, von der ngbk, vom bbk, vom netzwerk der freien projekträume, von stadtneudenken und vom dach/musik eingebracht worden. seit dem frühjahr 2012 hat diese offene aktionsplattform der koalition der freien szene mit ihrer sprechergruppe auf verschiedensten öffentlichen veranstaltungen ebenso wie im politischen raum, von einzelgesprächen mit abgeordneten bis zum bundesausschuß für kunst und medien die gravierende schieflage der förderung be i gleichzeitig stark gestiegener internationaler wahrnemung der freien szene berlins dargestellt und den partizipativen diskurs darüber eingefordert. dabei haben wir in den medien gute resonanz gefunden und sind zum teil sehr überraschende partnern, wie der ihk, begegnet, sind aber auch auf eine sehr verbreitete unkenntnis darüber gestoßen, was das überhaupt sei, diese freie kunstszene berlins jenseits der institutionell geförderten einrichtungen. gemeinsam mit dem rat für die künste haben wir mit der senatskulturverwaltung nach anfänglichen schwierigkeiten dann doch eher offene und konstruktive gespräche geführt.

in welcher situation stehen wir? nach bisherigem stand soll der kulturhaushalt 2014/2015 trotz schuldenbremse von 0,3% und auch ohne city tax um insgesamt 8% erhöht werden. diese erhöhung ist deckungsgleich mit den kosten der anstehenden tarifsteigerungen für die berliner opernstiftung in höhe von € 15 mio. eine steigerung der mittel für die freie szene ist trotz der gespäche mit der senatskulturverwaltung nicht vorgesehen. da nicht davon auszugehen ist, dass ein solcher kraftakt zweimal hintereinander machbar sein wird, würde das ein einfrieren der mittel für die freie szene auch für den doppelhaushalt 2016/2017 bedeuten. jeder von euch weiß für sich selbst am besten, was das bedeuten wird. es scheint zwar immer mehr klar zu sein, dass ein teil der einnahmen aus der city tax – andré schmitz spricht von einem viertel – in die freie szene fließen soll. dies ist sicherlich ein ergebnis unserer gemeinsamen arbeit. wir wissen aber alle um die halbwertzeit von politischen zusagen vor haushaltsverhandlungen und außerdem sind seit schmitz’s äußerungen in der presse auch die ergebnisse des zensus’ öffentlich geworden. zudem wissen wir nicht, wann die city tax – selbst wenn eingeführt – wirksam wird, da seitens der hotellobby mit massiven klagen zu rechnen ist.

angesichts der bevorstehenden verhandlungen für den doppelthaushalt 2014/2015 in diesem herbst, schlagen wir vor, diesen september mit einer breit angelegten kampagne einfluß auf die politischen entscheidungsträger zu nehmen.

OHNE ÖFFENTLICHEN DRUCK WIRD SICH FÜR DIE FREIE SZENE ALSO LANGE NICHTS MEHR ÄNDERN!

wie könnte eine solche kampagne aussehen?

in verschiedenen treffen wurde ein vorschlag erarbeitet. arbeitstitel der kampagne ist „bye bye berlin?“ damit soll spielerisch mit der „be berlin“ kampagne umgegangen werden. es soll aber vor allem auch die frage gestellt werden, ob bei einem nichthandeln der politik das internationale kunstprojet berlin langsam zum erliegen kommen wird. denn durch die tatsächliche preissteigerung der lebenskosten in berlin findet faktisch eine permanente kürzung der förderungsmittel statt.

die kampagne soll einen auftakt und ein abschlußereignis haben. auch über den arbeitsstand dazu wollen wir am 19.06. um 15h00 in den sopiensaelen berichten.

unser vorschlag an euch spielstätten, projekträume, orte und veranstaltungsserien mit wechselnden orten ist, die kommende spielzeit für einen monat unter dem kampagnentitel und der darin gestellten frage zu eröffnen und diese frage in unterschiedlichsten varianten zu verhandeln. das können künstlerische aktionen, das können podiumsdiskussionen, das können ankündigungen vor jeder vorstellung sein, es könnten thematisch kuratierte veranstaltungsserien sein. außerdem haben wir vorschläge zu aktionen, die gemeinsam an allen orten der freien szene stattfinden könnten. so würde im monat vor begin der haushaltsverhandlungen öffentlich und breit auf die oben geschilderte situation und auf die konsequenzen eines nichthandelns aufmerksam gemacht werden. gleichzeitig werden wir durch andere formate auch visuell verdeutlichen, was die freie szene in berlin ist. alle aktionen, veranstaltungen, öffentlichen diskuss ionen, ereignisse könnten dann auf einer plattform gesammelt und gebündelt und gezielt an die öffentlichkeit und presse kommuniziert werden.

auf diese weise hoffen wir inhaltlich klug, laut vernehmbar, eindeutig in unseren forderungen und gemeinsam öffentlich wahrnehmbar zu werden.mit der sprechergruppe der koalition der freien szene haben wir ein jahr lang versucht eine bessere unterstützung der freien szene zu erreichen. das hat einiges gebracht, aber bisher noch nichts tatsächlich geändert. unser vorschlag ist, nun in einer abermaligen gemeinsamen verantwortungsübernahme aller spielstätten, verbänden, einrichtungen, orten und einzelpersonen der freien , nicht institutionell geförderten kunstszene in einer umfassende kampagne auf den drohenden stillstand hinzuweisen. die form der kampagne ist ebenso ein vorschlag wie auch die kampagne selbst. diese wird jedenfalls nicht einfach so entstehen, selbst nicht in der hoffnung, dass irgendwer das schon machen werde. sicherlich haben alle ihre partikularinteressen. dagegen wollen wir uns nicht wenden. aber nur wenn wir eine solche kampagne gemeinsam breit anlegen, wird daraus der notwendige öffentliche druck entstehen sowohl die partikularinteressen, als auch die anderer kunstsparten zu verwirklichen. die chancen auf erfolg dafür liegt in der verantwortung jedes einzelnen von uns.

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Hierzu interessant aus dem Presse-Echo:

Artikel im Tagesspiegel von :

http://www.tagesspiegel.de/kultur/kulturpolitik-in-berlin-zukunft-zu-verkaufen/8334132.html

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