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Gern leite ich die neuesten Infos der Koalition der Freien Szene weiter an unsere LeserInnen (R.L.)

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Liebe Mitstreiter/innen der Freien Szene    BERLIN Freie Szene stärken!
Die Kampagne der Koalition der Freien Szene ist am 28.9. mit der Demonstration vom Schlossplatz zum Roten Rathaus und der Abschlusskundgebung beendet worden. Ca. 600-800 TeilnehmerInnen demonstrierten für eine neue Kulturpolitik – eine Erhöhung der Fördermittel und nachhaltige Arbeitsbedingungen für die freien Kunst- und Kulturschaffenden in Berlin.
Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen.
In den zahlreichen Redebeiträgen auf der Kundgebung wurde mehrfach betont, wie erfolgreich die Arbeit der Koalition der Freien Szene im Hinblick auf die gestärkte Sichtbarkeit der Freien Szene war und wie sie zu der wichtigen internen sowie externen Vernetzung beigetragen hat. Ebenso wurden in den Reden wichtige Ausblicke auf die notwendige zukünftige Arbeit gegeben, um die Anliegen der Berliner Freien Szene weiter voranzubringen.
Die Haushaltsberatungen für 2014/15 sind noch nicht beendet. Die entscheidenden Verhandlungen des Kulturhaushalts im Hauptausschuss beginnen erst am 18. Oktober 2013.
Der Hauptausschuss hatte am 16.9. vom Kulturausschuss eine nicht gegenfinanzierte Empfehlung zur Erhöhung der Mittel für Kultur um 3,7 Mio. Euro erhalten.
Wie viel davon durch den Hauptausschuss bestätigt wird, ist ungewiss.
Wir geben hier unsere kurze Einschätzung der durch den Kulturausschuss empfohlenen 3,7 Mio Euro.
Zunächst noch einmal die Zahlen aus der Beschlussempfehlung:
1 Mio. Euro mehr für die Projektförderung
600.000 Euro mehr für die Konzeptförderung
360.000 Euro mehr für „Zuschüsse für bezirkliche Aktivitäten“ zur Einrichtung eines Ausstellungsfonds
150.000 Euro jährlich zur Einrichtung eines neuen Titels für „Projekte der Zeitgeschichte“
90.000 Euro mehr für interkulturelle Projektarbeit
1 Mio. Euro mehr für Sasha Waltz & Guests
250.000 Euro zur Einrichtung eines neuen Titel für Nico & The Navigators
250.000 Euro für die Sophiensaelen (gebunden im Rahmen der Konzeptförderung)
Grundsätzlich ist die Erhöhung der Mittel für den Kulturhaushalt, insbesondere für freischaffende KünstlerInnen und Künstlergruppen erfreulich und wird von uns begrüßt. Wir können uns fragen, was ohne unsere gemeinsame Arbeit geschehen wäre?
Nach intensiver Vermittlung des ausgearbeiteten 10 Punkte-Programms der Koalition der Freien Szene in vielen Einzelgesprächen mit den Abgeordneten muss aber auch festgestellt werden, dass mit dieser Beschlussvorlage nicht mehr als ein Achtel des tatsächlichen zusätzlichen Finanzbedarfes für die Freie Szene  – 18,8 Mio Euro –  und für die etwa 40.000 Künstlerinnen und Künstler die in ihr arbeiten, gedeckt werden können.
Zentrale künstlerische Sparten bleiben außerhalb  der kulturpolitischen Wahrnehmung der Koalitionsfraktionen, zentrale Forderungen nach Ausstellungshonoraren, Mindesthonoraren und Mindestgagen, wie sie beispielsweise die SPD im Bundestagswahlkampf selbst erhoben hat, bleiben völlig unberücksichtigt.
Eine verbesserte Förderung von Projekten der Zeitgeschichte wird fälschlicherweise unter die Überschrift „Förderung der Freien Szene“ gesetzt.
Bei der Förderung des zeitgenössischen Tanzes und Musiktheaters fallen 1 Mio € auf Sasha Waltz & Guests, 250.000 Euro auf einen neuen Titel für Nico & The Navigators. Das ist selbstverständlich sehr zu begrüßen! Endlich werden beide Ensembles ausreichend finanziert und mit einem eigenen Titel versehen werden! Die dafür aufgewendete 1,25 Mio. jährlich kommen aber nicht der Vielfalt und Breite der Freien Szene zugute.
Im engeren Sinne kann eigentlich nur die Erhöhung der „Zuschüsse für kulturelle Aktivitäten freier Gruppen“ um 1 Mio € jährlich als Verbesserung der Förderung freischaffender KünstlerInnen und Künstlergruppen bezeichnet werden. Hinzuzurechnen wäre der Ansatz „Interkulturelle Projektförderung“. Dieser wird allerdings lediglich auf ein altes Maß gehoben – nachdem er durch Mitnahme eines Großteils der Mittel durch das Ballhaus Naunynstr. in die Konzeptförderung 2011-2014 fast „ausgetrocknet“ worden war.
Faktisch bedeutet das: Für die Förderung freier Gruppen, der bezirklichen Kulturarbeit und kleinerer Institutionen der Darstellenden Kunst werden nicht 3,7 Mio € zusätzlich, sondern bestenfalls rund 2,3 Mio € zusätzlich mobilisiert. Eine verbesserte Förderung Bildender Künstlerinnen und Künstler, der Musik und der Literatur ist gar nicht vorgesehen, ebenso wenig eine Gewährleistung von Mindestgagen, Mindest- und Ausstellungshonoraren im Rahmen öffentlicher Förderung. Es ist wieder nur ein hektisch erstelltes Fördern nach Gutsherrenart; es wird lediglich auf aktuelle Gegebenheiten reagiert anstatt systematisch vorzugehen.
Die Arbeit geht also weiter. Gemeinsam wollen wir die Kampagne mit euch Auswerten und auch besprechen, wie die Arbeit der Koalition der Freien Szene zukünftig weitergehen soll.
Und dies am
15.10., 18.30 Uhr, im Theater o.N., Kollwitzstraße 53.
Am 18.10. findet, wie oben erwähnt, die 1. Lesung des Kulturhaushalts im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses statt. Sobald wir mehr über den Ablauf wissen, werden wir euch auch dazu informieren. Wie im Kulturausschuß bereits festgestellt, es ist wichtig anwesend zu sein, unsere Anwesenheit wurde deutlich bemerkt und hatte auch auf die Gesprächsinhalte Auswirkung.
Außerdem wollen wir wärmstens auch auf das nächste große Strategietreffen von Haben und Brauchen hinweisen, das Mittwoch, den 16. Oktober um 19h00 im ExRotaprint, Gottschedstraße 4, 13357 stattfinden wird. Weitere Infos dazu auch auf www.habenundbrauchen.de
Mit herzlichen Grüßen
Für die Sprechergruppe
Anne Passow & Christophe Knoch
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