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(aktualisiert am 20.11.13)

Liebe MitstreiterInnen der Koalition der Freien Szene,

BERLIN Freie Szene stärken!

hier ein last minute reminder zur morgigen Hauptausschußsitzung. Dort wird über die € 3,7 mio entschieden, die vom dem Kulturausschuss im September zusätzlich zur bisherigen Förderung für die Freie Szene beantragt wurden.

Wir freuen uns für Nico and the Navigators, für Sasha Waltz & Guests und auch darüber, dass der Theaterdiscounter weiter bestehen kann – vorausgesetzt diese Summe wird auch vom Parlament genehmigt. Das sind längst überfällige Schritte. Aber es zeigt auch, dass kein Verständnis für Fragen der tatsächlichen künstlerischen Produktion und ihrer Praxis vorhanden ist. Und wir wissen alle, dass davon nichts für Literatur, nichts für die Musik und kaum etwas für die Bildende Kunst vorgesehen ist.

Trotzdem sollten wir morgen möglichst zahlreich im Hauptausschuss erscheinen:

20.11.13 um 10.00 Uhr, Abgeordnetenhaus von Berlin, Raum 113

Die Sitzung beginnt um 10h00. Wann genau die Fragen zum Kulturhaushalt verhandelt werden ist noch nicht abzusehen. Aber Anwesenheit erzeugt Druck und der wirkt! Hoffentlich.

Ausweise mitbringen und bitte unbedingt hier anmelden: http://www.parlament-berlin.de/pari/web/wdefault.nsf/vHTML/F11?OpenDocument

Mit herzlichen Grüßen von der gesamten Sprecherrunde

Christophe Knoch

Mit folgendem Text haben wir uns an die Presse gewendet:

KOALITION DER FREIEN SZENE BERLIN ZU DEN LAUFENDEN KULTURHAUSHALTSVERHANDLUNGEN:

Sanitäter überfordert – selbst der Baldrian verflüchtigt sich

• Erreichte 3,7 Mio. an zusätzlicher Kulturförderung in Gefahr
• Trostpflasterpolitik des Senats geht erneut auf Kosten der Freien Kulturszene
• Berlins Kulturpolitik bedarf der grundlegenden Erneuerung

Auf den Druck der Öffentlichkeit für eine sofortige zukunftsgewandte Verbesserung der Förderung der freien Kulturszene hatte der Senat mit einem eilig zusammengeschusterten Trostpflaster aus willkürlichen Einzelmaßnahmen reagiert. Selbst dieses wenige Erreichte läuft gegenwärtig Gefahr, im parlamentarischen Prozess zerrieben zu werden. Die Koalition der Freien Szene fordert eine grundlegende Überarbeitung der Kulturförderung und ein Bekenntnis des Kultursenators zur Freien Szene.

Im Rahmen ihrer Kampagne „Geist ist noch flüchtiger als Kapital – Freie Szene stärken“ baute die Berliner Koalition der Freien Szene in den vergangenen Monaten in Gesprächen mit über 60 Abgeordneten, in künstlerischen Interventionen, Fachveranstaltungen, Diskussionen, Gesprächen mit Experten dieser Stadt öffentlichen Druck auf, um auf die katastrophale Unterfinanzierung der freien Kulturszene hinzuweisen. Zugleich hat die Koalition der Freien Szene detaillierte Konzepte für eine wirksamere, transparentere und bedarfsgerechtere Kulturförderung erarbeitet.

In unmittelbarer Reaktion darauf wurde eilig eine Beschlussvorlage in den Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses eingebracht, die eine zusätzliche Kulturförderung in Höhe von 3,7 Millionen Euro vorsah und die zu einem Teil auch freien Tanz- und Theatergruppen zugutekommen sollte. Auf die vorgeschlagenen Förderkonzepte wurde darin nicht eingegangen, und die meisten Kunstsparten wären hier leer ausgegangen.

Selbst diese Beschlussvorlage ist offenbar nur ein Scheinerfolg überforderter Kulturpolitiker – selbst diese qualitativ und quantitativ unzureichende Förderausweitung wird nun mit großer Wahrscheinlichkeit im Rahmen der weiteren Haushaltsverhandlungen gekippt, wie aus internen Quellen zu hören ist. Das Manöver ist durchsichtig und altbewährt: Man sediert die Öffentlichkeit durch ein kleines Geschenk und kassiert das wenige Erreichte wieder ein, sobald sich die Aufregung etwas gelegt hat.

Christophe Knoch, Sprecher der Koalition der Freien Szene, sagt: „Wir fordern ein Ende dieser Trostpflasterpolitik! Wir fordern die verbindliche Umsetzung der Koalitionsvereinbarung und damit ein klares und dauerhaft gültiges Bekenntnis des Berliner Kultursenators Klaus Wowereit zur freien Kulturszene.“

Der Freien Szene Berlins gehören rund 40.000 deutsche und internationale Künstlerinnen und Künstler an. Berlin ist ein Experimentierfeld für neue künstlerische Ausdrucksformen. Die Stadt könnte ein Labor für die Kunst von Morgen mit weltweiter Strahlkraft sein – wenn Berlin endlich für vernünftige Arbeitsbedingungen für dieses Labor sorgen würde.

+49 176 32 888 247
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Hierzu auch eine Meldung auf Inforadio / rbb vom 20.11.13:
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